
Die Einrichtung eines Tunnelofens ist in der Regel eine Qual – man muss einfach raten. Man verbindet alle Komponenten miteinander, versucht, einige Testteile durch den Ofen zu bringen – und hofft einfach darauf, dass die Teile die richtige Temperatur erreichen, ohne zu Asche zu werden. Ich habe schon zu vielen Betrieben zugesehen, die wochenlang Zeit mit diesem Versuch-und-Irrtum-Verfahren verschwenden. Das passiert, weil niemand wirklich weiß, wie die Wärme im jeweiligen Ofen verteilt wird – bis es bereits zu spät ist. Hören Sie auf zu raten. Beginnen Sie mit der Simulation. Dabei kommt ein virtuelles Modell ins Spiel. Anstelle von Experimenten mit physischer Ausrüstung erstellen wir eine 1:1- digitale Version Ihres Ofens. Wir geben dabei die Heizelemente, die Geschwindigkeit des Förderbands sowie die tatsächliche Form der Teile ein. So können Sie bereits vor dem Kauf von Komponenten erkennen, wo es kältere Stellen gibt. Dadurch können Sie die Anordnung der Lampen sowie ihre Leistung im Voraus festlegen. Falls das Messgerät anzeigt, dass ein Teil nicht ausreichend erhitzt wird, müssen Sie nicht stundenlang manuell an den Lampen herumfummeln. Sie können einfach die virtuelle Anordnung anpassen, den Wärmefluss überprüfen und anschließend die notwendigen Korrekturen vornehmen. Der Haken? Sie benötigen gute Daten. Simulationen sind keine Wunderwaffe. Wenn man dem Software falsche Daten liefert – wie beispielsweise falsche Werte zur Wärmeleitfähigkeit oder Emissivität –, wird die Simulation falsche Ergebnisse liefern. Es dauert etwas mehr Zeit, um das Modell richtig einzustellen. Aber ehrlich gesagt: Das ist ein gutes Gegenmittel gegen den Verbrauch von hunderten Verschleißteilen. Der eigentliche Vorteil: Wenn Sie im Voraus planen, vermeiden Sie Zeitverluste während der Inbetriebnahme. Sie erhalten eine Anordnung, bei der die Teile bereits beim ersten Versuch die richtige Temperatur erreichen. Ein Hinweis: Stellen Sie sicher, dass Ihr Kühlsystem tatsächlich in der Lage ist, die von der Simulation angegebene Wärmestärke zu bewältigen. Andernfalls könnte die Ofenhülle beschädigt werden.